Rückkehr der Wildnis

Der heutige Charakter der Landschaft des Geoparks wurde stark durch die Nutzung des Truppenübungsgeländes Ralsko von 1950 bis 1991 geprägt. Infolge der Aussiedelung der Einwohner nach dem Zweiten Weltkrieg und der nachfolgenden militärischen Verwendung des Gebietes kam es zu einer Entvölkerung der Landschaft unter dem Ralsko und ihrer Verwandlung von einer ursprünglichen Agrarkulturlandschaft zu „neuer Wildnis“ - einer Insel der Wälder, der Stille und der Einsamkeit. Nach dem Abzug des Militärs begann die Sanierung der zerstörten Teile der Landschaft, das Räumen der Munition, der chemischen Stoffe und der nicht verwendbaren Gebäude. Die frühere Besiedelung kann indes nicht erneuert werden. Und so ist der Geopark Ralsko eine einzigartige grüne Insel mit wertvoller Natur.

HEIMAT VON RAUBTIEREN UND VÖGELN

Ein großer Teil des Geoparks ist angesichts der einzigartigen Kombination von trockenen Standplätzen auf Sandstein und einem bunten Mosaik von Feuchtgebiet-Biotopen ein bedeutendes Vogelschutzgebiet. Wichtig sind vor allem die ausgedehnten Systeme von Fischteichen, die ein Beleg für handwerkliches Geschick und das gemeinsame Wirken von Mensch und Natur sind. In der „neuen Wildnis“ haben viele Vogelarten, aber auch wilde Raubtiere (Wölfe) ein Rückzugsgebiet gefunden. In einem der größten Wildgehege Mitteleuropas, dem Wildpark Židlov, findet ein Programm zur Rettung der Wisente statt.

ROMANTISCHE WILDNIS

Die zerklüftete und zugleich fotogene, scheinbar vergessene und doch bewohnte Landschaft unter dem Ralsko ist für den Menschen eine Quelle der Inspiration. Die „Wildnis“ der Sandsteinfelsen spielte eine bedeutende Rolle in den Werken der Romantiker, einer der bekanntesten Dichter jener „romantischen Wildnis“ war Karel Hynek Mácha.